Zukunft des ÖPNV Thema der Mobilitätskonferenz im Kreishaus

Mobilitätsstationen und On-Demand-Verkehre standen im Mittelpunkt der Mobilitätskonferenz, die gestern im Borkener Kreishaus stattgefunden hat. Ziel der Konferenz war es aktuelle Entwicklungen im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs vorzustellen und zu diskutieren, wie der Kreis und die kreisangehörigen Kommunen bei der Umsetzung zusammenarbeiten können. Dazu hatte die Kreisverwaltung fachkundige Referenten und Experten ins Borkener Kreishaus geladen. Daher war es nicht überraschend, dass zahlreiche Kreistagsmitglieder und sachkundige Bürger sowie Vertreter der kreisangehörigen Kommunen, darunter mehrere Bürgermeister, von Verkehrsunternehmen, Stadtwerken, Bürgerbusvereinen und Taxiunternehmen der Einladung zur Konfererenz gefolgt waren. Für die Grüne Kreistagsfraktion nahmen der stv. Fraktionsvorsitzende Jens Steiner und der ÖPNV-Experte Richard Henrichs an der Tagung teil.

Kreisverkehrsdezernentin Dr. Elisabeth Schwenzow erläuterte eingangs die von der Kreispolitik vorgegebene Aufgabenstellung der Mobilitätskonferenz: „Kommunen, Kreis und weiteren Akteuren im Bereich Verkehr wird damit eine gemeinsame Plattform geboten, wo sie praktische Fragen zur Verknüpfung von Mobilität per Bahn, Bus, PKW und Rad „unter dem Dach“ einer Mobilstation erörtern und Formen der Zusammenarbeit ausloten können.“ Ein zweiter „vor allem gerade für die letzte Meile“ spannender Schwerpunkt sollten im Anschluss die On-Demand-Verkehre sein.

Dr. Gerswid Altenhoff-Weber, Leiterin des Fachbereichs Verkehr der Kreisverwaltung, betonte, dass „Kreistag und Kreisverwaltung der Mobilitätsthematik große Bedeutung beimessen“. Schließlich sei Mobilität die Grundlage zur selbstbestimmten Lebensgestaltung. Der Kreis verfolge daher folgende Ziele: Die Mobilität aller Bürgerinnen und Bürger des Kreises soll – unabhängig von Einkommen, Alter und körperlicher Beeinträchtigung – verbessert, erleichtert und auch ohne eigenen PKW ermöglicht werden. Zudem sollen die Zahl der Unfälle und die verkehrsbedingten Emissionen deutlich verringert werden.

Ute Jansen vom Verkehrsunternehmen Ruhrbahn berichtete anschließend über praktische Erfahrungen mit der Errichtung und dem Betrieb von Mobilstationen. Für die Umsetzung vor Ort stellte Judith Peters vom Zukunftsnetz Mobilität NRW Fördermöglichkeiten vor. Das Zukunftsnetz Mobilität NRW bietet den Kommunen zudem konkrete Unterstützung bei der Beantragung der verschiedenen in Frage kommenden Förderprogramme an.

Alina Klanke vom Projektbüro Mobiles Münsterland führte danach in das Thema On-Demand-Verkehre ein, das Markus Pellmann-Janßen von ioki Inspiring Smart Mobility mit seiner Vorstellung von intelligent und bedarfsgesteuerten Shuttle-Services vertiefte. Solche On-Demand-Verkehre binden in Pilotkommunen bereits kleine Dörfer und Außenbereiche an den ÖPNV an.

In der abschließenden Podiumsdiskussion waren sich Michael Klüppel (Abteilungsleiter Verkehrsmanagement bei der RVM), Norbert Nießing (1. Beigeordneter der Stadt Borken), Detlef Termath (Bocholter Taxiunternehmer), Alina Klanke und Markus Pellmann-Janßen einig, dass On-Demand-Angebote Chancen für eine Mobilitätsverbesserung auch im Westmünsterland bieten. Sie müssen allerdings umsichtig in die bestehenden Strukturen vom örtlichen Taxigewerbe und den Verkehrsunternehmen eingebunden werden. Durch eine enge Zusammenarbeit von Kommunen und Kreis können die ersten Schritte in diese Richtung auf jeden Fall leichter bewältigt werden, befanden die Teilnehmer.

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