10. April um 19:00 Uhr im Grünen Forum: Inklusion ist Vielfalt mit Dennis Sonne MdL

Deutschland hat die UN-Behindertenrechtskonvention 2007 als einer der ersten Staaten unterzeichnet. 2009 trat sie in Kraft. Darin steht: „Zweck dieses Übereinkommens ist es, den vollen und gleichberechtigten Genuss aller Menschenrechte und Grundfreiheiten durch alle Menschen mit Behinderungen zu fördern, zu schützen und zu gewährleisten und die Achtung der ihnen innewohnenden Würde zu fördern.“ Alle Menschen sollen unabhängig von Einschränkungen aktiv am sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Leben teilnehmen können. Besonderes Augenmerk liegt auf der guten Vernetzung und Partizipation aller Beteiligten: Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft sollen vor Ort eng als Netzwerk zusammenarbeiten. Mit Blick auf die Städte und Gemeinden bedeutet Inklusion, dass jeder Mensch sich gleichberechtigt und unabhängig von Behinderung, sozialer Herkunft, Geschlecht, Alter, sexueller Orientierung oder sonstiger individueller Merkmale und Fähigkeiten an allen gesellschaftlichen Prozessen vor Ort beteiligen können soll und gute Bedingungen zum Leben in seiner Kommune oder in dem Sozialraum, in dem er konkret lebt, vorfindet.

Lange gab es im Landtag NRW keinen Abgeordneten, der die Gruppe der Menschen mit Behinderungen authentisch widerspiegelt und für die Wahrung ihrer Menschenrechte einsteht. Der Landtagsabgeordnete Dennis Sonne von den Grünen ist nach einem Unfall querschnittsgelähmt und daher auf einen Rollstuhl angewiesen. Seine Behinderung macht ihn zu einem ‚Experten in eigener Sache‘. Der Grüne Politiker muss sich nicht in Menschen mit Behinderungen hineinversetzen, sondern ist bereits mittendrin und in der Lage notwendige Veränderungen zu erkennen und Alternativen zukunftsorientiert zu planen. „Ich bin davon überzeugt: Inklusion betrifft alle Menschen,“ sagt Sonne. „Da ich selbst unmittelbar betroffen bin, kann ich einen authentischen und konstruktiven Blickwinkel in politische Diskussionen und Prozesse einbringen. Viele Menschen benötigen diesen Blickwinkel dringend, auch und gerade in der Politik.“ Am 10. April kommt Dennis Sonne nach Borken ins Grüne Forum am Markt 7, um über Chancen und Herausforderungen der Inklusion vor Ort zu sprechen und Lösungsansätze und -ideen aufzuzeigen. Alle interessierten Bürger*innen sind herzlich eingeladen, die Veranstaltung ist selbstverständlich barrierefrei zugänglich.

„Barrierefreiheit ist die Grundvoraussetzung für Inklusion. Ein barrierefreier Zugang zu Freizeitaktivitäten, Internetseiten, Videos, freiwilligem Engagement, Arbeit oder Sport hilft allen Menschen. Wenn Rathäuser, Ämter, Vereine, Wohnhäuser, öffentliche Plätze oder Parks barrierefrei wären, dann können alle Menschen davon profitieren,“ betont der Abgeordnete. Barrieren gehen uns alle an: Eine bundesweite Umfrage der Aktion Mensch zeigt, dass 65 Prozent der Menschen in bestimmten Lebens- oder Alltagssituationen auf Barrieren stoßen. Nur 30 Prozent geben an, im Alltag auf keine Barrieren zu treffen. So freuen sich zum Beispiel Eltern mit Kinderwagen genauso über Rampen und Fahrstühle, wie Rollstuhlfahrer*innen, Senior*innen, Paketdienstfahrer*innen, Umzugshelfer*innen, Sanitäter*innen. Sind Informationen mehrsprachig, in Einfacher und Leichter Sprache sowie Gebärdensprache vorhanden, können fast alle Menschen diese Informationen verstehen. Die Erfahrung und das tägliche Erleben zeigen, dass Inklusion nicht einfach so passiert und wir oft noch von inklusiven Sozialräumen entfernt sind. Es benötigt Rahmenbedingungen, damit sich Vielfalt, Teilhabe und gegenseitiger Respekt in den Städten und Gemeinden entfalten können. Die Vielfalt der Lebensformen erfordert z. B. differenzierte und zugleich passgenaue, barriere- und diskriminierungsfreie Angebote der Daseinsvorsorge. Inklusion setzt aber auch voraus, dass Alt und Jung, Menschen mit und ohne Behinderung, Einheimische und Migrant*innen sich mit ihrer Lebenswelt auseinandersetzen und selbst Anstöße für notwendige Veränderungen geben. Erfolgreiche Inklusion ist auf gemeindliche Akteur*innen angewiesen, wie Vertreter*innen von gemeinnützigen Vereinen, Wohlfahrtsverbänden, Wirtschaftsunternehmen oder engagierte Mitbürger*innen.

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