Der Kreistag Borken beschließt, den Aktionsfonds „Demokratie fördern im Kreis Borken“ um weitere zwei Jahre zu verlängern und für die Jahre 2026 und 2027 zu gleichen Bedingungen fortzuführen. Hierfür werden – analog zur bisherigen Ausgestaltung – jährlich 50.000 Euro zur Förderung niedrigschwelliger (Kleinst-)Projekte, Angebote und Einzelmaßnahmen bereitgestellt, die sich gegen Extremismus, Antisemitismus, Gewalt und unterschiedliche Ausprägungen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit richten und sich für Toleranz, Respekt sowie Demokratie einsetzen. Die maximale Fördersumme beträgt weiterhin 1.000 Euro je Antrag; die Antragstellung erfolgt weiterhin digital über das Bildungsbüro.
Begründung:
Der Kreistag hat mit dem Aktionsfonds „Demokratie fördern im Kreis Borken“ für die Jahre 2024 und 2025 ein bewusst niedrigschwelliges Instrument geschaffen, um zivilgesellschaftliches Engagement gegen Extremismus, Antisemitismus, Gewalt und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit wirksam zu unterstützen. Der Fonds setzt damit den Anspruch des Kreises um, Demokratiebildung und Prävention nicht nur in großen Programmen, sondern auch im direkten Alltag vor Ort zu stärken – dort, wo Menschen erreicht werden und wo Konflikte, Radikalisierungstendenzen und Ausgrenzung konkret sichtbar werden.
Die bisherige Umsetzung belegt den Erfolg und die hohe Akzeptanz des Instruments: Seit Veröffentlichung der Fördermöglichkeit im Mai 2024 wurden insgesamt 96 Anträge bewilligt (31 in 2024 und 65 in 2025). Damit zeigt sich ein klarer Bedarf in der Fläche und zugleich, dass das Förderformat die Zielgruppen tatsächlich erreicht. Antragstellende waren insbesondere Vereine und Jugendwerke, Fördervereine von Schulen und OGSen, Schulen, Bibliotheken sowie Weiterbildungsträger. Thematisch wurden u. a. Erinnerungskultur, Demokratiebildung, wahlvorbereitende Formate, Extremismusprävention, Kinderrechte und kulturelle Vielfalt gefördert. Die Vielfalt der Träger und Inhalte ist ein starkes Indiz dafür, dass der Fonds nicht nur einzelne Milieus anspricht, sondern ein breites gesellschaftliches Spektrum aktiviert.
Gerade die Ausgestaltung als Kleinstförderung mit einer maximalen Fördersumme von 1.000 Euro pro Antrag erweist sich als wesentliche Stärke: Sie ermöglicht schnelle, unbürokratische Hilfe, senkt Zugangshürden und macht Engagement auch für kleine Initiativen realistisch, die ansonsten an komplexen Programmanforderungen scheitern würden. Die digitale Antragstellung über die Homepage des Bildungsbüros, ergänzende FAQ und Beispiele bereits geförderter Projekte sorgen für Transparenz und erleichtern die Antragstellung zusätzlich. Der Fonds wirkt damit als „Startmotor“ für Demokratieförderung – häufig mit hoher Wirkung bei vergleichsweise geringem Mitteleinsatz.
Dass derzeit noch Mittel in Höhe von rund 35.000 Euro zur Verfügung stehen, ist kein Gegenargument gegen die Fortführung, sondern vielmehr Ausdruck einer effizienten, bedarfsorientierten Mittelvergabe: In vielen Fällen wurde nicht die Maximalsumme beantragt, wodurch mehr Projekte mit dem gleichen Gesamtbudget unterstützt werden konnten. Gleichzeitig zeigt die steigende Zahl bewilligter Anträge von 2024 zu 2025, dass das Programm zunehmend bekannt wird und die Nachfrage perspektivisch eher wächst als sinkt.
Auch politisch besteht eine breite Grundlage: In der Sitzung des Ausschusses für Schule und Bildung am 09.12. waren sich die Fraktionen einig, dass der Aktionsfonds ein herausragendes Angebot des Kreises ist und weiter bestehen sollte. Eine Verlängerung um weitere zwei Jahre zu gleichen Bedingungen ist daher folgerichtig und sichert Kontinuität für die Trägerlandschaft. Demokratiebildung und Extremismusprävention sind Daueraufgaben; gerade in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung ist Verlässlichkeit in der Förderung ein entscheidender Faktor für Wirkung und Planungssicherheit.
Mit der Verlängerung knüpft der Kreistag zudem konsequent an den ursprünglichen Beschluss an, der die Verwaltung beauftragt, ergänzende Fördermöglichkeiten durch Bundes- und Landesprogramme zu prüfen und über organisatorische Strukturen weiter zu berichten. Der Aktionsfonds bleibt damit das zentrale niedrigschwellige Basisinstrument – und kann zugleich sinnvoll mit ggf. zusätzlichen Programmen verzahnt werden.
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