Nach der überraschenden Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster zum Rodungsstop im Hambacher Forst, fordern Grüne, UWG und Die Linke/Piraten im Kreistag, nun endlich die RWE Aktien des Kreises zu verkaufen. Der Kreistag hatte im Juni des vergangenen Jahres beschlossen, bis auf weiteres seine RWE-Aktien in seinem Bestand zu halten und sich erst mit einem Verkauf zu befassen, sobald der Aktienkurs den aktuellen Buchwert von 15,00 Euro je Aktie unterschreitet. Daran schrammte die Aktie im bereits Februar um nur 19 Ct. vorbei.
Nach der Entscheidung des OVG Münster verlor die Aktie nun an einem Tag fast 8,5% ihres Wertes und befindet sich in freiem Fall. Der Börsenwert schrumpfte an einem einzigen Tag um fast eine Milliarde Euro. RWE steht nun vor einem monate-, wenn nicht jahrelangen Rechtsstreit, in dem es darum geht, ob der Hambacher Wald aus Naturschutzgründen dauerhaft bestehen bleiben soll. Der Konzern selbst sah sich daher gezwungen vor einem jährlichen wirtschaftlichen Schaden von Hunderten Millionen Euro zu warnen. Für die Aktie katastrophale Aussichten: Zahlreiche Analysten senkten angesichts der erwarteten Ergebnisbelastung ihre Kursziele für die Aktie.
Bereits Anfang September hatte auch der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Matthias Löb, einen Verkauf von RWE-Anteilen befürwortet. Der LWL hält dabei im Vergleich zum Kreis Borken ein Vielfaches an Aktien an dem Energiekonzern in Höhe von etwa einem Prozent der Unternehmensanteile. Der Energiemarkt habe sich gravierend verändert, die Zeit der großen Kraftwerksbetreiber gehe zu Ende und die RWE-Aktien garantierten keinen Einfluss der kommunalen Familie auf das Unternehmen mehr, begründete LWL-Direktor Matthias Löb seinen Vorstoß. Auch andere Kommunen sind dabei ihre Anteile zu verkaufen.
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung sei die Faktengrundlage der Kreistagsentscheidung aus dem vergangenen Jahr entfallen, argumentieren Grüne, UWG und Die Linke/Piraten. Sowohl ökonomische wie auch ökologische Gründe sprechen nunmehr für einen unverzüglichen Verkauf der im Besitz des Kreises befindlichen RWE-Anteile, sagen sie und fordern den Kreistag auf, den Landrat mit einem unverzüglichen Verkauf der Aktien des Kreises zu beauftragen, bevor der Werteverfall noch großer wird.
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