Pilotprojekt „Präventionstheater“ – interaktive Theaterformate zur Stärkung von Medienkompetenz und sozialer Prävention bei Kindern und Jugendlichen

Der Kreistag beauftragt die Kreisverwaltung, im Rahmen eines Pilotprojekts ein kreisweites Angebot von interaktiven Präventionstheater-Formaten für Kinder und Jugendliche zu konzipieren und umzusetzen. Hierfür wird ein Pilotbudget in Höhe von 20.000 € bereitgestellt.

  1. Das Angebot richtet sich an Schulen (insbesondere Grundschule und Sekundarstufe I), Jugendeinrichtungen sowie – soweit sinnvoll – an Vereine der Kinder- und Jugendarbeit im Kreisgebiet.
  2. Die Inhalte werden altersgerecht und modular ausgestaltet. Das Pilotprojekt soll inhaltlich mindestens folgende Themenfelder abdecken:
    • Medienkompetenz (u. a. Social Media, Cybermobbing, Grenzverletzungen im Netz)
    • Umgang mit Mobbing und Gewalt (inkl. Deeskalation/Zivilcourage)
    • Suchtprävention (Drogen- und Medikamentenprävention)
    • Inklusion / Vielfalt / Integration
    • Sexualität / sexuelle Selbstbestimmung (altersgerecht)
  3. Die Verwaltung wird beauftragt, geeignete Träger/Anbieter auszuwählen und ein Format sicherzustellen, das Interaktion (aktive Beteiligung der Jugendlichen) und – wo möglich – eine pädagogische Nachbereitung (Material/Workshop) beinhaltet.
  4. Nach Abschluss des Pilotzeitraums legt die Verwaltung dem zuständigen Fachausschuss einen Evaluations- und Sachstandsbericht vor, insbesondere zu: Anzahl/Orte der Durchführungen, erreichte Zielgruppen/Altersstufen, Rückmeldungen von Teilnehmenden und Einrichtungen, Einschätzung der Akzeptanz/Wirkung (qualitativ), Kosten je Durchführung sowie Empfehlung zur Fortführung oder Anpassung.

Begründung:

Prävention wirkt besonders dann, wenn sie Kinder und Jugendliche in ihren Lebenswelten erreicht, niedrigschwellig ist und sie nicht belehrt, sondern aktiv beteiligt. „Präventionstheater“ ist als interaktive Theaterform genau darauf ausgerichtet: Reale Konfliktsituationen werden gezeigt und anschließend gemeinsam mit den Teilnehmenden Handlungsoptionen erarbeitet. Die polizeiliche Präventionsarbeit beschreibt Präventionstheater ausdrücklich als Methode, die Kindern und Jugendlichen altersgerecht Konflikte und Auswege u. a. zu Gewalt, Sucht, sexuellem Missbrauch, Mobbing sowie Medien/Internet und Zivilcourage aufzeigt und in einem interaktiven Teil das Erleben eigener Konfliktlösungen ermöglicht.

Der konkrete Mehrwert gegenüber klassischen Vorträgen liegt in der Kombination aus emotionaler Ansprache und unmittelbarem Transfer: Durch die Interaktion beziehen Schüler*innen Position, reflektieren Inhalte sofort und übertragen sie auf die eigene Lebenswelt – ohne erhobenen Zeigefinger. Anbieter wie Q-rage beschreiben genau diese Arbeitsweise (Unterbrechung der Bühnenhandlung, Austausch mit dem Publikum, Reflexion und Transfer) und bieten zudem – je nach Stück – Vertiefungskurse und Material zur pädagogischen Nacharbeit an.

Die im Antrag benannten Themenfelder adressieren zentrale aktuelle Herausforderungen im Schul- und Jugendalltag: digitale Konflikte, Ausgrenzung/Diskriminierung, Gewalt- und Grenzverletzungen, Fragen von Identität und Sexualität sowie Risiken im Zusammenhang mit Suchtmitteln. Präventionsarbeit setzt hier frühzeitig an, stärkt Schutzfaktoren, vermittelt Orientierung und kann Eskalationen vorbeugen.

Als Pilotprojekt mit einem klar begrenzten Budget von 20.000 € lässt sich das Angebot zielgerichtet erproben, ohne sich dauerhaft festzulegen: Reichweite, Akzeptanz, organisatorischer Aufwand und Kosten je Einsatz werden transparent erfasst und dem Fachausschuss zur Bewertung vorgelegt. Gleichzeitig stellt ein kreisweites Angebot sicher, dass auch kleinere, weniger finanzstarke Kommunen und Einrichtungen Zugang zu wirksamen Präventionsformaten erhalten – und damit Chancengleichheit unabhängig vom Wohnort gestärkt wird.

Weiterführende Informationen:

•           Polizeiliche Einordnung/Definition „Präventionstheater“: https://tinyurl.com/praeventionstheater •           Beispielhafte Ausgestaltung interaktiver Präventionstheater-Formate (Methodik, Stücke/Module, Nachbereitung): https://q-rage.de/praeventionstheater

Artikel kommentieren

Artikel kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden. Entnimm Weiteres bitte der Datenschutzerklärung.