Vergabe von Stipendien an Studenten/Studentinnen der Medizin, die nach erfolgreichem Studium im Kreis Borken als Haus- oder Kinderarzt/-ärztin tätig werden.

Gemeinsamer Antrag der Fraktionen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD im Kreistag Borken zu den Haushaltsberatungen 2024.

Für Studierende der Humanmedizin werden Stipendien von monatlich 578 € ausgelobt. Es werden
jährlich 8 Stipendien vergeben. Die Bewerberinnen müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Eine Auswahlkommission des Kreises Borken entscheidet darüber welche Bewerberinnen die
Stipendien erhalten. Eine Rückzahlung kommt nur dann in Betracht, wenn die geforderten
Voraussetzungen nicht erfüllt werden

Mehr- oder Mindererträge/-aufwendungen: + 300.000,00 Euro

Begründung:

Nachwuchsförderung und Sicherung von Fachkräften sind ein großes Anliegen des Kreises Borken. Das betrifft natürlich auch den Bereich medizinische/ärztliche Versorgung. Ziel ist es, eine wohnortnahe, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung für die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Borken zu gewährleisten. Und natürlich zukünftigen Ärztinnen und Ärzten eine attraktive lebens- und liebenswerte Zukunft im vielseitigen Kreis Borken zu ermöglichen.

Ab dem Wintersemester 2024 bietet der Kreis Borken für interessierte Medizinstudierende nach dem ersten Semester ein Stipendium für einen Zeitraum von bis zu 6 Jahren (maximal 14 Studien-semester) mit einem Betrag von 578 EURO monatlich an.

Nach erfolgreichem Ablegen der 3. Ärztlichen Prüfung und Ihrer Weiterbildung zur/zum Fachärztin/Facharzt für Allgemeinmedizin bzw. Kinderheilkunde – spätestens 6 Jahre nach Beendigung des Studiums – werden Sie für die Dauer von mindestens 5 Jahren im Kreisgebiet im Bereich Allgemeinmedizin bzw. tätig. Diese Tätigkeit kann als Ärztin/Arzt in eigener Niederlassung, aber auch als angestellte/r Ärztin/Arzt in einer Vertragspraxis oder einem MVZ erfolgen.

Eine Bewerbung ist während des gesamten Studiums möglich.

Die Voraussetzung sind:

  • Studium der Humanmedizin an einer deutschen Universität oder in einem Mitgliedsland der EU deren
  • Abschlüsse in Deutschland anerkannt werden.
  • Bestehen von mindestens 50 % der geprüften Fächer des ersten Semesters oder Erfüllung
  • gleichwertiger Vorgaben wie Abschluss des ersten Moduls im ersten Semester der medizinischen Fakultät der OWL Universität Bielefeld.

Die Studienbeihilfe ist beim Kreis Borken online zu beantragen. Der Kreis Borken vergibt maximal 8 Stipendien gleichzeitig. Bei der Entscheidung, wer ein Stipendium erhält, sollten verschiedene Kriterien eine Rolle spielen. Dazu gehört selbstverständlich auch die Frage der Nachhaltigkeit, sprich die Perspektive einer dauerhaften weiteren Tätigkeit im Kreis Borken. Vor diesem Hintergrund ist das Programm besonders attraktiv für Studierende, die aus dem Kreis Borken oder der Umgebung stammen und später dort bleiben / dorthin zurückkehren möchten.

Studierende müssen dann die Förderung zurückzahlen, wenn die geforderten Voraussetzungen nicht erfüllt werden.

Das seit 2010 laufende Programm „Hand aufs Herz“ führt leider nicht dazu, dass wir Hausärzte/Hausärztinnen bzw. Ärzte oder Ärztinnen der Kinderheilkunde gewinnen, die sich im Kreis Borken niederlassen. Das Programm sollte trotzdem weiterlaufen. Denn es ist in jedem Fall eine gute Werbung für den Kreis Borken. Und vielleicht entscheidet sich der eine oder die andere Studierende, die an diesem Programm teilgenommen hat mit einem Stipendium in den Kreis Borken zu kommen.

Da allerdings immer mehr Praxen geschlossen werden müssen, weil sich kein Nachfolger oder Nachfolgerin finden lässt, wird es mit der Versorgung der Allgemeinmedizin immer schwieriger im Kreis Borken.

Der Kreis Steinfurt bietet seit 2018 das Programm an. Laut der Presseinformation des Kreises läuft es sehr erfolgreich:

Presseinformation – 26. Januar 2023

Medizinstipendium des Kreises Steinfurt sehr begehrt
Bewerbungen laufend möglich

Kreis Steinfurt. Dem Fachkräftemangel sinnvoll entgegenwirken – das war das Ziel des Kreises Steinfurt, als er 2018 sein Medizinstipendium auf den Weg gebracht hat. Im vergangenen Jahr wurde dieses Stipendium neu und mit verbesserten Konditionen aufgelegt und erfreut sich großer Beliebtheit.

Vor kurzem hat sich die Auswahlkommission des Kreises Steinfurt wieder für drei neue Stipendiatinnen und einen neuen Stipendiaten entscheiden können und diesen die entsprechenden Bescheide übergeben dürfen. Zudem konnten noch weitere Bewerbungen für die anstehende Vergabephase berücksichtigt werden. Das strategische Ziel ist klar: „Die medizinische Versorgung in unserem Kreis Steinfurt muss zukunftssicher aufgestellt werden“, sagt Dr. Karlheinz Fuchs, Dezernent für Gesundheit und Bevölkerungsschutz des Kreises Steinfurt.

Die neuen Stipendiatinnen und der neue Stipendiat haben einen sehr unterschiedlichen persönlichen Werdegang, studieren an über ganz Deutschland verteilten Universitäten und haben dennoch vieles gemeinsam: Alle haben bereits Vorerfahrungen in medizinischen Ausbildungsberufen, sei es als Physician Assistant, als Hebamme, als Gesundheits- und Krankenpfleger oder als ausgebildete Notfallsanitäterin.

„Mein Beruf als Hebamme in eigener Praxis, die vertrauensvolle Arbeit in und mit den Familien und dadurch der Umgang mit Menschen verschiedenster Altersgruppen ließ in mir den Wunsch wachsen, zukünftig Medizin zu studieren, um mich als Fachärztin für Allgemeinmedizin niederzulassen“, sagt beispielsweise Anna Tacke. Bereits zu Beginn ihres Studiums hat sie ganz klare Vorstellungen, die sie jetzt, unterstützt durch das Medizinstipendium des Kreises Steinfurt, umsetzt. Ähnlich formuliert es Adrian Kolkmann: „Die Tätigkeit als Gesundheits- und Krankenpfleger im Klinikum in Ibbenbüren hat mich darin bestärkt, dass ich zukünftig als Facharzt für Allgemeinmedizin arbeiten möchte. Da ich aus Recke im Kreis Steinfurt komme, bin sehr glücklich, diesen Weg gewählt zu haben, weil ich mich damit auch zukünftig gerne an den Kreis Steinfurt binden und hier arbeiten möchte.“

Ganz ähnlich beschreiben es nicht nur die beiden anderen aktuellen Stipendiatinnen, sondern auch diejenigen, die das Studium schon beendet haben, wie beispielsweise Simon Walters. Der gebürtige Emsdettener ist ein ehemaliger Stipendiat aus der Bewerbungsrunde von 2018 und absolviert zurzeit seine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin im Mathias-Spital Rheine: „Ich bin im Kreis Steinfurt aufgewachsen, habe aber im Ruhrgebiet studiert und werde jetzt wieder hier im Kreis Steinfurt arbeiten. Das ist ein Ergebnis auch des Stipendiums. Ich kann alle, die Medizin studieren und sich eine Zukunft im Kreis Steinfurt vorstellen können, daher nur motivieren, sich zu bewerben“, sagt Simon Walters.

Der Kreis Steinfurt profitiert: Insgesamt sechs Ärztinnen und Ärzte arbeiten zurzeit nach erfolgreich beendetem Studium in Krankenhäusern im Kreis Steinfurt und werden sich nach der Facharztausbildung auch im Kreis niederlassen.“

Wir sind davon überzeugt, dass dieses Programm auch im Kreis Borken erfolgreich laufen wird. Damit wird sich die Hausärztliche und Kinderärztliche Situation auch im Kreis Borken deutlich verbessern.

Noch eine Informationsvorlage KT 23.10.2023 Top. 7 aus dem Kreis Steinfurt zu den notwendigen Finanzen: Gesamtübersicht zur Abfrage der freiwilligen Leistungen 2014-2024 zum Stipendium für Medizinstudierende:

2018 4.500 €
2019 24.000 €
2020 36.000 €
2021 66.000 €
2022 48.000 €
2023 55.488 €
2024 83.262 €

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