Baumwollexpress X80 soll weiter fahren

Der Baumwollexpress soll bleiben. Die Kreistagsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, SPD und UWG/Stadtpartei schlagen in einem gemeinsamen Antrag zur kommenden Sitzung des Kreistags in Borken vor, den die Erprobung der Schnellbuslinie X80 für weitere zwei Jahre bis 2026 fortzusetzen. Im Anschluss an die um zwei Jahre verlängerte Erprobungsphase soll auf der Grundlage einer erneuten Evaluierung über die weitere Planung abschließend entschieden werden. Die Fraktionen schließen sich damit dem Appell der Bürgermeisterinnen, Bürgermeister und Beigeordneten im Kreis Borken an die Kreisverwaltung an.

“Mit großer Sorge haben viele Bürgerinnen und Bürger, die Bürgermeister*innen im Kreis Borken, die Fraktionen in den Räten entlang der Strecke die Pläne hinsichtlich einer möglichen Einstellung der Buslinie X80 „BaumwollExpress” zur Kenntnis genommen,” betont Jens Steiner, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag. Die Buslinie X80 „BaumwollExpress” schafft mit ihrer direkten Linienführung zwischen Bocholt und Bad Bentheim einen erheblichen Mehrwert für die Mobilität und den ÖPNV im Westmünsterland. Sowohl für Berufspendelnde, Studierende, aber auch für viele Freizeitfahrende stellt der X80 eine sehr gute Alternative zum Individualverkehr mit dem PKW dar. Der X80 bietet darüber hinaus die Möglichkeit für die Menschen in der Region mit dem Fernverkehr in Metropolregionen in Deutschland und beispielsweise in den Niederlanden zu erreichen. Gleich acht Kommunen werden hier miteinander auf direkter Strecke verbunden. Es ist eine schnelle Verbindung für das Westmünsterland, die eine gute Taktung für Pendelnde und Freizeitfahrerinnen und -fahrer aufweist.

“Die von der RVM durchgeführte Umfrage zeigt das große Potenzial der gesamten Strecke. Circa 80 Prozent der etwa 1.300 Befragten waren demnach „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“. Eine Einstellung der Buslinie X80 „BaumwollExpress” liegt nicht im Interesse der Verkehrswende sowie der Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger im gesamten Westmünsterland. Gerade in Zeiten, in denen die Notwendigkeit einer Verkehrswende deutlicher denn je wird, muss der Kreis Borken seine Anstrengungen intensivieren und den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) als Schlüsselkomponente betrachten,” sagt Richard Henrich, ÖPNV-Experte der Grünen Kreistagsfraktion.

Die Verkehrswende erfordert mutige Maßnahmen und die Bereitschaft, langfristige Perspektiven zu entwickeln. “Indem wir den ÖPNV stärken und attraktive Angebote schaffen, ermöglichen wir den Bürgerinnen und Bürgern im Westmünsterland eine echte Alternative zum Individualverkehr mit dem eigenen PKW. Die Buslinie X80 spielt dabei eine entscheidende Rolle, indem sie nicht nur den Zugang zu Bildung, Arbeit und Freizeitmöglichkeiten sowie innerdeutschen bzw. zu niederländischen Reisezielen erleichtert, sondern auch einen Beitrag zur Reduzierung von Verkehrsemissionen leistet”, ergänzt Vera Timotijević, die verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion.

Das Fahrgastpotenzial des X80 ist bei weitem noch nicht ausgereizt. Hier gilt es, im Rahmen einer verlängerten Pilotphase anzusetzen. Ziel muss es sein, den X80 durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit insbesondere bei den Pendlerinnen und Pendlern noch stärker als Alternative zum Individualverkehr zu profilieren. Zudem sollte die Zeit genutzt werden, um Angebote und Möglichkeiten zu schaffen, die den Umstieg auf den ÖPNV noch attraktiver machen. Auch bei den Studierenden gibt es zusätzliche Potenziale für den „Baumwoll Express”. Angesichts steigender Mietpreise ist davon auszugehen, dass sich immer mehr Studierende aus dem Westmünsterland dafür entscheiden werden, zum Studienort Bocholt zu pendeln. Der X80 mit seinem Haltepunkt unmittelbar an der Fachhochschule wird daher auch vor diesem Hintergrund weiter an Bedeutung gewinnen. Ebenso sind bei der Zielgruppe der Freizeitfahrenden die Potenziale des X80 noch nicht ausgeschöpft. Egal, ob es der Anschluss an den Fernverkehr ist, oder die schnelle Verbindung in eine der acht „BaumwollExpress”-Kommunen – mit einer Verlängerung der Pilotphase um weitere zwei Jahre könnte das attraktive Angebot dieser Buslinie noch besser in den Köpfen der Zielgruppe verankert werden.

Nach einer 1 1/2jährigen Testphase steht die Entscheidung über die Fortsetzung oder die Einstellung im Raum. Dieser Zeitraum ist für eine objektive Beurteilung zu kurz. Es bedarf nach übereinstimmender Ansicht der Bürgermeisterinnen, Bürgermeister und Beigeordneten im Kreis Borken, der Ratsfraktionen und der Antragsteller*innen im Kreistag mehr Zeit, um eine nachhaltige Veränderung zu bewirken. Die Buslinie X80 soll daher für weitere zwei Jahre erprobt werde, um ihre langfristige Machbarkeit und Effizienz zu evaluieren. In dieser Zeit könnten weiterhin gezielte Maßnahmen ergriffen werden, um die Nutzung der Linie zu steigern und ihre Integration in das Gesamtnetz zu optimieren.

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